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Nachgefragt! Alles super in der Fleischfabrik?

 

Schwer zu sagen, zumindest gibt es positive Entwicklungen. Nach Berichten über menschenunwürdige Zustände in einigen Fleischfabriken hatte die Grüne Gemeinderatsfraktion Rheinstetten letztes Jahr beim EDEKA-Werk vor Ort schriftlich nachgefragt. Beim anschließenden Gespräch gemeinsam mit dem Gemeinderat hatte die Geschäftsführung der Fleischfabrik über Umgesetztes sowie ehrgeizige Maßnahmen und Ziele in Bezug auf die Rahmen- und Arbeitsbedingungen vor Ort berichtet. Im Dezember haben wir nachgehakt. Laut Geschäftsführung wurde das seit 1. Januar - auch auf Grünen Druck hin - geltende Verbot von Werkverträgen im Kernbereich der Wurst-/Fleischbranche im Rheinstettener Werk bereits zum 1. August umgesetzt. Solche Verträge gebe es nur noch in „geringem Umfang“. Ab 1. April würden alle neuen Mitarbeitenden direkt von der „tariflichen gebundenen“ EDEKA Südwest beschäftigt. Dies klingt nach einem guten Schritt vorwärts. Ob dies auch über den „Kernbereich“ hinaus gilt?

 

Die Nachfrage der Grünen-Fraktion zur aktuellen Situation von Unterkünften - auch angesichts von Berichten über teils erschreckende Wohnverhältnisse in der Branche - ergab, dass hiesige Begehungen ohne Beanstandung verlaufen seien. Allerdings sagt dies nicht viel zur Wohnsituation der 1.200 im Fleischwerk arbeitenden Menschen aus. Ebenfalls interessant: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie würden seit Juli wöchentlich bis zu 1.800 PCR-Tests durchgeführt.

 

Wir begrüßen, dass es im Fleischwerk Rheinstetten Schritte in die richtige Richtung gibt. Allerdings: Billigfleisch kommt unsere Erde zu teuer zu stehen. Laut einer aktuellen Uno-Studie stellt unser gewaltiger Fleischkonsum eine zentrale Bedrohung für die Natur dar. Gemeinsam mit intensiver Landwirtschaft sei er Anlass für den weltweiten Verlust an Tierarten und Ökosystemen und bedeutender Mitverursacher des Klimawandels. Ganz zu schweigen von Tierleid durch Massentierhaltung und -Transporte sowie den jüngst erneut an die Öffentlichkeit gebrachten Skandale in Schlachthöfen. Auch hier gilt: Umdenken ist gefragt. Weniger ist mehr.

 

Link zur Studie:

https://www.chathamhouse.org/2021/02/food-system-impacts-biodiversity-loss/summary

 

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