AUS DEM GEMEINDERAT - DIE GRÜNE VIERTELSEITE

23.000?

In der letzten Gemeinderatssitzung wurde eine Bürgerempfehlung vorgestellt, die von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops zur Stadtentwicklung erarbeitet wurde. Wir danken allen, die sich daran beteiligt haben! Interessant fanden wir etwa die Aussage, dass sich die Schaffung weiterer Arbeitsplätze nicht negativ auf die hohe Wohn- und Lebensqualität auswirken dürfe. Neue Flächenversiegelung solle nach Möglichkeit vermieden werden. Fragwürdig schien uns hingegen die Empfehlung, Rheinstettens Bevölkerung solle bis 2020 auf 23.000 anwachsen, um weiter genügend jüngere Menschen aufzuweisen.

Wir halten den Versuch, Wachstum durch die Ausweisung immer neuer Baugebiete zu erzielen für nicht zielführend. Täglich werden in Baden-Württemberg 6,7 ha (!) Natur zu Siedlungsfläche umgewidmet. Rheinstetten sollte andere Impulse setzen. Wäre es nicht vernünftiger und nachhaltiger, sich den sich ändernden demographischen Bedingungen frühzeitig zu stellen? Auch Maßnahmen, die die Innenentwicklung stärken, sind mehr denn je gefragt. Auf alle Fälle sollte Rheinstetten damit beginnen, die tatsächlichen, langfristigen Kosten neuer Baugebiete vor deren Realisierung mit zu betrachten.


Einige der im Fragebogen formulierten Aussagen waren zweifelsohne zu komplex, um sie an einem Workshop-Tag abschließend und schlüssig zu erörtern – und schon daher vorab als Teil eines Fragebogens ohne Rückfrageoption ungeeignet. Äußerst bedauerlich ist auch, dass Workshop- und Fragebogen-Beteiligung bei weitem nicht repräsentativ und groß genug waren, um wirklich Aufschluss darüber zu geben, welche Entwicklung Rheinstettens Bevölkerung tatsächlich mehrheitlich wünscht. Dennoch hat uns sehr beeindruckt, wie viele interessante Aspekte von den 40 Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet wurden. Gerne werden wir die überreichte Bürgerempfehlung Grün-intern aufgreifen und weiter diskutieren.

Babette Schulz, Claudia Lahn und Armin Zwirner –

Ihre/Eure Grünen im Gemeinderat