SOZIALES RHEINSTETTEN

1. Dezentrale bedarfsgerechte Unterstützung

Ob bei Krankheit, Behinderung, in Lebenskrisen, in finanziellen Notlagen oder im Alter: Soziale Unterstützung muss so dezentral wie möglich angeboten werden. Und sie muss so weit wie möglich zusammen mit den Betroffenen entwickelt werden. Es gilt, Angebote zu schaffen, bei denen jede und jeder Einzelne möglichst individuelle Beratung und Hilfen erhält. Viele gemeinnützige Organisationen sind im sozialen Bereich tätig. Sie übernehmen wichtige gesellschaftliche Aufgaben und sind auf eine verlässliche kommunale Förderung angewiesen. Tragfähige soziale Netze kommen nicht ohne Beteiligung und Einbindung freiwillig engagierter Menschen aus, die in Initiativen, Selbsthilfegruppen, Vereinen und Projekten wertvolle Arbeit leisten. Die Stadt Rheinstetten muss dieses bürgerschaftliche Engagement in seiner Vielfalt gezielt fördern und würdigen.

2. Engagement für Menschen in sozialen Notlagen

Die Zahl derer, die mit weniger als der Hälfte des Durchschnittseinkommens leben, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Deutlich zugenommen haben auch die Altersarmut und die Zahl der armen Kinder. Die Ursachen müssen auf Bundesebene angegangen werden. Doch gerade im kommunalen Bereich sollten Menschen in sozialen Notlagen unbürokratisch, effektiv und nachhaltig Hilfe und Unterstützung erhalten. Wir GRÜNE begrüßen die Ausweitung des Geltungsbereichs des Karlsruher Kinderpasses auf die Stadt Rheinstetten.

3. Gemeinsam Leben - mit und ohne Behinderung

Menschen mit Behinderungen sollen ein möglichst selbstbestimmtes Leben mitten in der Gesellschaft führen können. Die Rechte, die sich aus der UN-Behindertenrechts-konvention ableiten, wollen wir umsetzen. Dazu brauchen die Kommunen das längst überfällige Bundesteilhabegesetz.

Durch gezielte Qualifikation und durch Kooperationen mit der örtlichen Wirtschaft müssen betroffenen Menschen mehr und mehr auch Zugänge zum allgemeinen Arbeitsmarkt eröffnet werden. Wenn Familien und Kinder dies wünschen, müssen Kinder mit Behinderungen die Möglichkeit haben, in einen allgemeinen Kindergarten und in die allgemeine Schule zu gehen, mit der dafür notwendigen Assistenz. Dieses Recht wollen wir schrittweise umsetzen.

Barrieren im öffentlichen Raum und in öffentlichen Gebäuden müssen abgebaut werden. Um die Teilhabe aller Interessierten an Ratssitzungen und an Fraktionssitzungen zu ermöglichen, ist zu prüfen, ob und mit welchem Aufwand ein barrierefreier Zugang durch einen Aufzug an die Alte Schule gewährleistet werden kann. Auch ist ein barrierefreies WC mit einzuplanen. Dringender Handlungsbedarf besteht auch in der Stadtbibliothek oder beim Spazierweg am Rheinufer.

4. Gute gesundheitliche und medizinische Versorgung

Der Gesundheitsaspekt muss bei allen Entscheidungen und Planungen ebenso wie die Umweltverträglichkeit grundsätzlich mitbedacht werden. Unser Ziel ist eine flächendeckende, bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige gesundheitliche und medizinische Versorgung. Mithilfe von regionalen Gesundheitskonferenzen wollen wir eine bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung, Pflegediensten, Heilberufen und den Verantwortungsträgern vor Ort erreichen. Von Demenz betroffene Menschen sind auf ein soziales Umfeld angewiesen, das sie auffängt und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Geeignete Projekte und Aktivitäten hierzu, wie z.B. im Rösselsbrünnle, begrüßen wir.