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Die Grünen in Rheinstetten

ÖKOLOGISCHES RHEINSTETTEN

Natur- und Landschaftsschutz

Damit der Slogan „Rheinstetten – wo die Natur zu Hause ist“ auch in Zukunft seine Berechtigung behält, muss die Gemeinde ihren Natur- und Landschaftsschutz entsprechend ausrichten. Für Grüne Politik heißt das:

 

Rückhalteraum als Chance für Mensch und Natur

Wir GRÜNE stehen zu Rheinstettens Verantwortung im Hochwasserschutz. Den geplanten Rückhalteraum Bellenkopf-Rappenwört sehen wir als große Chance, Fehler der Vergangenheit zumindest teilweise wieder zu beheben. Durch die Rückgewinnung von Auenlandschaft als Überschwemmungsfläche kann ein kleines Stück eines verlorenen Naturparadieses am Rhein von Bedeutung für ganz Europa wiedergewonnen werden. Auch wenn es uns gemeinsam mit den Naturschutzverbänden nicht gelungen ist, die Dammrückverlegung als ökologisch beste Variante zu vermitteln, bietet dennoch auch die jetzt geplante Lösung noch Perspektiven für eine deutliche Aufwertung des Gebiets, das auch zukünftig für die Naherholung erhalten bleibt. Wie fast überall wo neue Polder am Rhein geplant wurden, haben auch in Rheinstetten betroffene Anwohnerinnen und Anwohner nachvollziehbare Befürchtungen vor nassen Kellern und Schäden an Gebäuden. Hier haben die planenden Behörden bisher nicht ausreichend verstanden, auf die Menschen zuzugehen und ihnen ihre Ängste zu nehmen. Es bestehen ernst zu nehmende Konflikte und diese müssen einvernehmlich gelöst werden. Wir hoffen dennoch, dass sich letztlich die Interessen von Hochwasser- und Naturschutz mit den Interessen der Bürgerinnen und Bürger weitest möglich vereinen lassen.

 

Naturvielfalt in Rheinstetten bewahren

Rheinstetten hat während der letzten Jahre im Naturschutz vieles geleistet, worauf wir stolz sein können. Jetzt gilt es, das Erreichte zu bewahren und auszubauen. Dies gilt insbesondere für die beispielhafte Vernetzung von äußeren und innerörtlichen Biotopen, die gepflegt, erweitert und finanziell abgesichert werden muss. Ziel dieses Verbundes ist es, einen durchgängigen Lebensraum für freilebende Tiere zu erhalten. Er trägt auch wesentlich zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Wir stehen zu den Naturdenkmalen, Naturschutzgebieten und europäischen Schutzgebieten auf Rheinstettener Gemarkung. Auch Biotope wie Feuchtgebiete der Rheinniederung, Sandgebiete der Hardt und naturnahe Wälder der Niederung und auf der Hardt, die nicht den Status eines Schutzgebiets erlangt haben, gehören zum unverzichtbaren Naturerbe Rheinstettens. Wir halten es für unerlässlich, dass die Bedeutung dieser Schutzgebiete und Biotope viel stärker in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger gebracht wird. Nur dann wird eine weitere ökologische Aufwertung der Landschaften möglich sein, in denen Rheinstetten liegt. In der Öffentlichkeitsarbeit haben die Naturschutzbehörden eine nicht zu leugnende Bringschuld. Auch wir wollen wissen, was der Beitrag Rheinstettens zum Weltnaturerbe, insbesondere zu den bedrohten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten ist. Wir freuen uns, dass der Gemeinderat 2010 die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ verabschiedet hat und hoffen, dass dieser Vorsatz weiter positiv in die Tat umgesetzt wird. So muss auch der neue Generalwildwegeplan bei der Landschaftsplanung berücksichtigt werden. Die ökologisch wertvollen Streuobstwiesen wollen wir in Zusammenarbeit mit der Stadt und den Eigentümern erhalten und pflegen. Die Ackerrandstreifen als Kleinstlebensraum mit ihrer großen Artenvielfalt möchten wir gemeinsam mit den Landwirten erweitern, indem wir, insbesondere im Hochgestade, neue Randstreifen schaffen. Der Artenschutz ist und bleibt uns ein wichtiges Anliegen, denn in unserer unmittelbaren Umgebung leben stark bedrohte Tier- und Pflanzenarten (z.B. Wildkatzen und hoffentlich auch noch die Haubenlerche). Die von uns seit langem geforderte Dorfbachsanierung in Forchheim wurde begonnen und soll weiter umgesetzt werden, was wir als Erfolg werten. Eine weitere Vergrößerung der Epplesee-Fläche kommt für uns nicht in Frage.

 

Wir begrüßen den vom Land Baden-Württemberg unter Mitwirkung der Jäger, aber auch der Naturschutzverbände angestrebte Reform des Landesjagdgesetzes und erhoffen uns daraus auch für Rheinstetten positive Impulse, z. B. durch die Einschränkung der Wildfütterung und das neue Wildtiermanagement.

 

Aufgrund des enormen Flächenverbrauchs während der letzten Jahre kommt den innerstädtischen Grünanlagen eine immer höhere ökologische Bedeutung zu. Deren Pflege, Ausbau und Aufwertung für Bürgerinnen und Bürger jeden Alters werden wir ebenso gerne unterstützen wie die Förderung von Schulgärten. Wir setzen uns für den Erhalt und die umweltverträgliche Weiterentwicklung unserer Naherholungsgebiete ein, um unsere Stadt langfristig lebenswert zu erhalten. Die Asphaltierung von Feldwegen für den Radtourismus lehnen wir ab.

 

Landwirtschaft in Rheinstetten

Rheinstetten hat während der letzten Jahre durch die fortgesetzte Umwandlung in Gewerbe- und Wohngebiete auch Teile seiner landwirtschaftlichen Flächen verloren. Gleichzeitig ist aber auch massiver Grünlandumbruch (Umwandlung von Wiesen in Ackerfläche) durch die Landwirte zu beobachten. Dies sehen wir mit großer Sorge, da hier wertvolle Kulturlandschaft zu Mais-Monokulturen umgewandelt wird, mit gravierenden Folgen für das Ökosystem und letztendlich auch für die Landwirtschaft, da die zur Bestäubung der Nutzpflanzen notwendigen Insekten nicht mehr genügend Nahrung finden und die notwendige Artenvielfalt drastisch abnimmt. Wir möchten hier auf die Landwirte einwirken, diese Entwicklung zu stoppen und rückgängig zu machen, damit Landwirtschaft wirklich als Pfleger der Kulturlandschaft wahrgenommen werden kann. Die Stadt als Verpächter von landwirtschaftlichen Flächen fordern wir auf, zu prüfen, ob einzelne Flächen nicht aus der Nutzung genommen werden können um die Biodiversität auf unserer Gemarkung zu stärken und wieder zu erweitern. Auch für den Rückhalteraum Bellenkopf-Rappenwört wird die Gemeinde landwirtschaftliche Nutzflächen opfern müssen. Obwohl auch höher gelegene Flächen im Rückhalteraum weiter extensiv landwirtschaftlich genutzt werden können, verstehen wir die Sorgen der Bauern im Zusammenhang mit dem Polder und fordern einen fairen Ausgleich. Gleichzeitig fordern wir aber auch einen verantwortungsvollen Umgang mit den bereitgestellten Flächen und keine Erweiterung der Flächen durch Grünlandumbruch.

 

Angesichts der knapper werdenden landwirtschaftlichen Flächen wird der schonende Umgang mit den Restflächen umso wichtiger. Eine nachhaltige Belastung der Böden muss verhindert werden. Auch die zunehmenden Monokulturen auf unseren Feldern sind Anlass zu Sorge. Wir wollen zurück zum Fruchtfolgewechsel, um die Biodiversität in der Landwirtschaft zu erhöhen. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass zumindest auf den von der Gemeinde verpachteten Flächen zukünftig kein alleiniger Maisanbau mehr stattfindet. Wir appellieren an die lokalen Landwirte, stärker Biolandbau zu betreiben und sich stärker in der Vermarktung ihrer Bioprodukte zu engagieren. Hier hoffen wir zur Unterstützung auch auf verbesserte Rahmenbedingungen durch das Land und die EU.

 

Wir freuen uns, dass Rheinstetten aufgrund unserer Initiative Mitglied des Aktionsbündnisses „Gentechnikfreie Region Mittlerer Oberrhein“ ist. Die Hürden für Gentechnik drohen durch das transatlantische Freihandelsabkommen und die EU weiter gesenkt zu werden. Wir treten dafür ein, dass auch künftig keine gentechnisch veränderten Pflanzen in Rheinstetten angebaut werden. Überregional werden wir uns dafür einsetzen, dass auch in Zukunft eine Versorgung der landwirtschaftlichen Betriebe mit gentechnikfreien Futtermitteln gewährleistet wird.

 

Tierschutz

Das Verständnis für einen respektvollen Umgang mit Tieren entsteht vor allem in der unmittelbaren Umgebung der Menschen. Wir setzen uns auch für die artgerechte Haltung von Tieren ein. Die Stadt Rheinstetten unterhält kein eigenes Tierheim. Diese Aufgaben übernehmen die Tierheime in Karlsruhe-Daxlanden und Ettlingen. Wir setzen uns für faire Verträge mit diesen Tierheimen ein, die auch unsere Fundtiere beherbergen und fordern die Aufnahme von Tierschutzaspekten in Pachtverträgen mit Zirkusunternehmen und Schaustellern. Aus einem kommunalen Tierschutz-Notfall-fonds können zum Beispiel unbürokratisch Tierarztkosten bezahlt werden, wenn Menschen in prekären Lebenssituationen nicht mehr für die tiermedizinische Versorgung ihrer Tiere aufkommen können.