Polder: Ökologische Flutungen als Chance

Trotz Sommerferien folgten am Sonntag, 9. August fast 20 Personen unserer Einladung ins Naturschutzzentrum Rappenwört. Die meisten – wie unsere Landtagskandidatin Barbara Säbel und der Karlsruher Landtagsabgeordnete Alexander Salomon - radelten gemeinsam vom Treffpunkt in Forchheim los. Weitere Interessierte – wie die Karlruher Fraktionsvorsitzende und Landtagskandidatin Bettina Lisbach - stießen in Rappenwört dazu. Vor Ort wartete zunächst eine sehr willkommene Abkühlung mit Fußbad-Option auf uns.

 

Die extra für uns sonntags eingetroffene Biologin Susanne Pimentel begann ihre Führung mit dem Wassermodell vor dem Naturschutzzentrum, das beeindruckend plastisch zeigt, welche Vorteile die früheren Flussschlingen für den Hochwasserschutz boten. Durch Flussbegradigung nach Plänen des Wasserbauingenieurs Tulla 1817 erhöhte sich die Fließgeschwindigkeit sichtlich – der Überschwemmungsraum wurde deutlich  verkleinert. Welche Konsequenzen diese sukzessive Verringerung für die Tier- und Pflanzenwelt hatte, wurde uns im Anschluss sehr anschaulich anhand einer computeranimierten „Zeitmaschine“ vorgeführt. Die Anwesenden waren beeindruckt, wie viele seltene Tier- und Pflanzenarten es „vor Tulla“ bei uns mal gegeben hat und welche dank der fest eingeplanten ökologischen Flutungen bei uns zurück erwartet werden. Kein Wunder also, dass unsere Rheinauen internationale Bedeutung haben und als sogenanntes „Ramsar-Gebiet“ unter besonderem Schutz stehen. Frau Pimentel erläuterte engagiert die aktuellen Planungen und Auswirkungen des Retentionsraums Bellenkopf/Rappenwört und betonte, wie viele Vorteile aus ökologischer -- und aus Hochwasserschutz-Sicht - mit diesem Projekt verknüpft sind. Allerdings wurde auch erneut deutlich, dass die Umsetzungsuhr tickt: Denn für ein „200-jähriges Hochwasser“ reicht der Hochwasserschutz angesichts immens reduzierter Überschwemmungsflächen derzeit nicht.

 

Einen gemeinsamen Abschluss fand die Grüne Radtour beim Mittagessen in der Künstlerkneipe Daxlanden, wo die Gruppe die Gelegenheit zum Austausch mit den LandtagskandidatInnen Barbara Säbel und Bettina Lisbach und dem Abgeordneten Alexander Salomon über regional wichtige Themen nutzte. Neben Fragen des Hochwasserschutzes kamen auch Themen zur Sprache wie die Karlsruher Atomtage, die neu eingerichtete Notunterkunft für Flüchtlinge in der Neuen Messe oder auch die Planung von Gewerbegebieten in Ettlingen und Rheinstetten.