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Die Grünen in Rheinstetten

Plastik-Müll-Aktionstag

Bei sonnigem Wetter und eisigem Wind trafen wir uns am Samstagvormittag an der Karlsruher Straße zu einem Infostand. Nachdem wir letzte Hand an das Müllmonster gelegt hatten, führten wir Gespräche mit zahlreichen Passant/-innen über die Plastik-Müll-Problematik. "Erfreulich, wie viele Leute sich über das Thema schon Gedanken machen", so Vorstandsmitglied Natalie Rapka. "Stofftaschen, Tupperdosen und wiederverwendete Plastiktüten sind beim Einkaufen inzwischen weit verbreitet." In unserem Flyer "Verpackungsfrei einkaufen in und um Rheinstetten" fand der ein oder andere noch einen neuen Einkaufstipp.

Am Nachmittag fuhren wir zum Unverpackt-Laden nach Ettlingen. Dort ließen wir uns von der Inhaberin Antonia Wucknitz erklären, wie das Einkaufen ohne unnötigen Verpackungsmüll funktioniert. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten hatten wir es dann raus, wie die Tarawaage funktioniert und konnten uns dann in dem vielfältigen Sortiment selbst bedienen.
Unsere Landtagsabgeordnete Barbara Saebel war mit dabei und machte sich ein Bild von dem unlängst eröffneten Laden. Nicht nur Müllvermeidung gehört zum Konzept, sondern auch das Angebot von Bioware, von Produkten aus fairem Handel und das Bemühen um eine schadstofffreie Lieferkette. Weitere Infos unter www.unverpackt.de.

Und hier ist die Auflösung der Fragen des Plastik-Quiz:

1) Etwa ein Prozent des Mülls in den Meeren hat sich in fünf großen Strudeln gesammelt. Der größte Strudel zwischen Hawaii und Kalifornien, der Great Pacific Garbage Patch hat eine Größe von rund 1,6 Mio. Quadratkilometern, das ist mehr als vier Mal so groß wie Deutschland.

2) Wie viel Plastik wird weltweit ins Meer gekippt?
ktuelle Schätzungen des globalen Eintrags von Plastikmüll in die Meere gehen von 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen pro Jahr aus. Das entspricht einer Lastwagenladung pro Minute. Wenn es so weitergeht, wird sich im Jahr 2050, gewichtsmäßig betrachtet, genau so viel Plastikmüll wie Fisch in den Meeren befinden.

3) Wie viel Einweg-Plastikflaschen verbrauchen wir im Jahr pro Kopf?
Pro Jahr werden etwa 16 Milliarden Einweg-Plastikflaschen in Deutschland verbraucht, das sind 192 Stück pro Kopf. Einweg-Plastikflaschen sind das dominierende Packmittel bei Getränken und haben einen Gesamtanteil von rund 54 Prozent.

4) Wir Deutsche gelten als Weltmeister im Mülltrennen. Wie hoch ist der Recycling-Anteil beim Plastikmüll?
2016 wurden in Deutschland 38,6 Prozent der Kunststoffabfälle recycelt, die bei privaten oder gewerblichen Endverbrauchern anfallen (sog. Post-Consumer-Abfälle). 60,6 Prozent des Plastikmülls landeten in der Müllverbrennung. Mit einer Verwertungsrate von 99,2 Prozent lag Deutschland im europäischen Vergleich in der Spitzengruppe.

5) Wie lange dauert es, bis sich eine Plastikflasche im Meer zersetzt hat?
Schätzungen zufolge dauert es rund 450 Jahre bis eine PET-Flasche auf natürlichem Wege zersetzt ist. Selbst Blechdose bauen sich in weniger als halb so viel Zeit ab. Bis die ersten PET-Flaschen zersetzt sind, die achtlos in die Natur geworfen wurden, werden als noch rund 400 Jahre vergehen.

6) Wie viel Verpackungsmüll aus Plastik fallen bei uns pro Kopf an?
37 Kilogramm Plastikmüll aus Verpackungen fallen jedes Jahr in Deutschland pro Kopf an.
Zusammen mit Aluminium, Glas, Pappe usw. sind es sogar 220 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf. Damit ist Deutschland Europameister beim Verpackungsmüll.

7) 330.000 Tonnen Mikroplastik gelangen jedes Jahr in Deutschland in die Umwelt. Was ist die schlimmste Quelle für Mikroplastik?
Textilfasern 1,92%, Autoreifen 30,7 %, Kosmetika 0,5 %.
Ein Tempolimit könnte helfen, Fahrzeuge mit härteren Reifen auszustatten, bei denen der Abrieb deutlich geringer ist.